
So klein das Dorf auch sein mag, verlaufen doch viele Handelsrouten durch Zwergenbergen, das mit seinen Eisenlieferungen und stabilen Wirtschaftsverhältnissen einen Knotenpunkt dieser Wege bildet. Diese sandigen Adern durchziehen die ganze Umgebung: die einen verlaufen vom Dorf aus weiter in den eisigen Norden, andere in die Tiefen des Kontinents nach Westen. Die breitesten Straßen richten sich jedoch gen Süden und münden im mächtigen Korum, dem Ziel beinahe jedes Kaufmanns. Doch gebt Acht, ihr Reisende, denn wo es Handelswege gibt, gibt es auch Wegelagerer!
Viele Geheimnisse birgt das tiefe Grün der unberührten Wälder um Zwergenbergen. Tagsüber bietet der Wald eine gute Gelegenheit für alle Durchreisende und Einheimische, frisches Wild an den Tisch zu holen oder heilende Kräuter zu suchen. Des Nachts wagen es jedoch nur Erfahrene und Narren, in die Tiefen des Waldreichs vorzudringen. Die Geschichten erzählen jedenfalls nicht nur von kaltblütigen Banditen und Räubern, sondern auch von furchterregenden Moras und anderen Ungeheuern. So kehrte nicht jeder Wagemutige heil nach Hause zurück…

Obwohl sie an sich ein kriegerisches Volk mit obskuren Bräuchen und Praktiken sind, haben sich die Orks in der Region nichts zu Schulden kommen lassen. In den letzten Jahren entwickelten sie sich gar zu einem verlässlichen Handelspartner der Zwergenbergener. Als Gast sollte man es sich daher nicht mit diesen Gesellen verderben, da man ansonsten nur allzu leicht den Groll der Kontorbewohner auf sich zieht. Auch der alte Groll mit den Zwergen ist längst begraben. Doch wie lange kann der Friede zwischen solch derart verschiedenen Völkern währen?
Dieses Nest ist eines der nächsten Menschendörfer bei Zwergenbergen. Auch wenn die dortigen Hütten nicht ganz so frisch verputzt sind und manch Zaun schiefer steht, als im wohlhabenden Zwergenbergen, versuchen die Fjoerninger nichtsdestotrotz, ihre reichen Nachbarn mit Fleiß einzuholen. So trifft man als Reisender des Öfteren auf Bauern oder Händler aus Fjoerningen, wenn man die Erzschenke oder den zwergenbergener Markt besucht.
Da Zwergenbergen sich mit seinem Erz einen guten Namen gemacht hat, steigt die Nachfrage nach diesem Rohstoff ständig. So schlagen seit einiger Zeit nicht nur zwergische Spitzhacken auf das harte Gestein im Inneren des Berges: Das Erz minderer Qualität wird nicht mehr von erfahrener Hand eines Zwergs gewonnen, sondern von dreckigen Händen der Arbeiter der zwergenbergener Strafkolonie. Hierher werden selbst aus Korum gefangene Verbrecher gebracht, um ihr Schuld mit Schweiß und Blut abzuarbeiten. Doch nur ungern und naserümpfend sehen die wohlhabenden Zwergenbergener auf den Kolonienabschaum herab: ein gefährlicher Verbrecher bleibt für sie eben ein gefährlicher Verbrecher, auch wenn seine Glieder in Ketten gelegt und seine Hände wund vor Plackerei sind.
Weit breitet sich die blaue Seide der Meereswogen. Selbst von Zwergenbergen aus lässt sich der prächtige Anblick in der Ferne genießen, auch wenn das Dorf trotz naher Meereslage keinen Hafen gebaut hat. Viel zu groß ist in den Augen der Dörfler die Gefahr, seitens der See von plündernden Ronlädern überfallen zu werden.